28.08.2010

Energie-Dossiers

Dossier (Testversion): Internationale Klimaverhandlungen

Autor: Alena Müller

Seit 18 Jahren versuchen die Staaten der Erde, das Klima zu schützen. Jährlich finden Klimaschutzverhandlungen statt, die verbindliche Vereinbarungen hervorbringen sollen.

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Dossier (Testversion): E-Mobilität

Autor:

E-Mobility ist die Mobilität der Zukunft. Aber wann kommt sie und welche Rahmenbedingungen braucht sie?

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Dossier (Testversion): Energieeffizienz

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Wie der Klimaschutz am günstigsten zu erreichen ist.

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Dossier (Testversion): Smart Grids

Autor: Alena Müller

Entwicklung und Stand in Forschung, Technologie und Politik; Interviews, Übersichten und Themen-Links

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Dossier (Testversion): Internationale Klimaverhandlungen

Seit 18 Jahren versuchen die Staaten der Erde, das Klima zu schützen. Jährlich finden Klimaschutzverhandlungen statt, die verbindliche Vereinbarungen hervorbringen sollen.

Autor: Alena Müller

Links:

Interaktive Grafik Kipppunkte, www.spiegel.de

Bild:

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Artikel:

Links:

IPCC: Climate Change 2007

Notes:

"“In Cancún, governments renewed their trust in each other, but to succeed fully they need to press boldly ahead with what they have agreed. Implementation is the most effective avenue to harness the support of business and civil society, both of which are critical",” said Christiana Figueres, Executive Secretary of the UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC).

Zitate:

"Für den nächsten Klimagipfel Ende 2011 rücken nun drei zentrale Fragestellungen in den Vordergrund. Zum einen soll das Gesamtziel weiter konkretisiert werden. Welches globale Reduktionsziel setzt sich die Staatengemeinschaft für 2050? Wann soll der Scheitelpunkt des globalen Emissionsanstiegs erreicht sein (dieser entscheidet maßgeblich darüber, welcher Temperaturanstieg sich noch vermeiden lässt)? Darüber hinaus stehen drei weitere konkrete Fragen im Zentrum: Erstens die der rechtlichen Form für das letztlich zu vereinbarende Abkommen. Zweitens die der Langfristfinanzierung. Drittens die Frage, wie die jetzt noch möglichen Schlupflöcher geschlossen werden können."
Quelle: Germanwatch: Resümee des Klimagipfels in Mexiko 2010

Links:

Offiizielle Webseite der Klimaverhandlungen in Durban

Notes:

Ende 2011 findet der Weltklimagipfel im Südafrikanischen Durban statt.

Auch hier wird wieder über verbindliche Klimaziele für die Zeit ab 2013 diskutiert werden. Denn die Zeit wird eng: die erste verbindliche Vertragsperiode des Kyoto-Protokollls läuft Ende 2012 aus. Um sich auf nachfolgende Redkutionszielen zu eignen, bleibt zur noch wenig Zeit; Kritiker finden, zu wenig.

Um den Gipfel in Durban vorzubereiten, finden das ganze Jahr über Vorbereitungstreffen statt.

Notes:

Der vierte Teil des Dossiers bereiten Grundlagenwissen zum Klimawandel auf - zum Beispiel zum Treibhauseffekt oder zu den Kipppunktes des Klimas. Dabei handelt es sich um Regionen, in den der an sich schleichende Prozess des Klimawandels drastische Folgen bewirkt und damit Auswirkungen auf das ganze System Erde hervorrufen könnte.

Weiterhin wird auf die Berichte des Weltklimarats (IPCC) verlinkt, die den Klimaverhandlungen als Grundlage dienen. Hauptaufgabe des IPCC ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen sowie Vermeidungs- und Anpassungsstrategien zusammenzutragen.

Links:

Infofilm der ZDF-Sendung Quarks&Co.
Infomaterial der Bundeszentrale für politische Bildung über Klimawandel und Klimaschutz
Informationsblatt des Deutschen Klimarechenzentrums

Zitate:

Bei den Klimaverhandlungen geht es darum, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen. Aber auch wenn es gelingt, die globale Erwärmung darauf zu beschränken, rechnen Wissenschaftler immer noch mit gravierenden Folgen, wie die Aussagen von Anders Levermann und Jacob Schewe bei der Vorstellung ihrer Studie zeigen: „Schon ein Temperaturanstieg von weniger als zwei Grad hätte weitreichende Folgen – wenn auch weniger tiefgreifende als bei einer noch stärkeren Erderwärmung", so Jacob Schewe, Wissenschaftler beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. So würde im 1,5-Grad-Szenario der allein durch die thermische Ausdehnung der Wassermassen verursachte Meerespiegelanstieg im Jahr 2250 durchschnittlich rund 30 Zentimeter betragen. „Dies hätte bereits ernstzunehmende Folgen für viele Küstenregionen weltweit“, sagt Anders Levermann, Professor für die Dynamik des Klimasystems.
Quelle: Studie von Schewe und Levermann

Links:

UNFCCC-Terminkalender 2011

Notes:

1997 konnten die UN ihren ersten Durchbruch feiern: Die Verhandlungsstaaten des Weltklimagipfels in Kyoto einigten sich auf das so genannte Kyoto-Protokoll. Es ist das erste völkerrechtlich verbindliche Abkommen

zum Klimaschutz und hat das Ziel, die für

den Klimawandel verantwortlichen Treibhausgase zu reduzieren. ENERGLOBE.DE-Artikel stellen das Vertragswerk vor, über die Linkliste können die Dokumente im Netz aufgerufen werden.

Das Kyoto-Protokoll sieht auch flexible Mechanismen vor, die es den Unternehmen der Industrieländer ermöglichen, auf möglichst

kostengünstige Art und Weise Klimaschutz zu betreiben. Dazu können sie über den Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) Klimaschutzprojekte und anderen Ländern durchführen, wenn diese günstiger als Veränderungen im eigenen Land sind. ENERGLOBE.DE-Artikel erklären die Einzelheiten.

Links:

UN-Informationsblätter zum Klimaschutz.
Infosammlung zum Kyoto-Protokoll. www.agenda21-treffpunkt.de
Dossier des BMU zu den Klimaverhandlungen.

Hintergrundinformationen der UN zum Kyoto-Protokoll.
Chronik der Klimakonferenzen

Links:

Handelsblatt, 13.12.2010. Klaus Strattmann: Klimaschutz findet woanders statt.
FAZ, 12.12.2010. Andreas Mihm: Wenn der Markt das Klima schützt.
Die Zeit, 30.12.2010. Fritz Vorholz: Klimakatastrophe.
The Guardian, 8.10.2010: Shiona Tregaskis: Q&A: Cancún COP16 climate talks.
ENERGLOBE.DE, 2.12.2010. Alena Müller: Alle Augen auf REDD.
ENERGLOBE.DE, 30.11.2010. Alena Müller: Kleine Schritte, gut verpackt.
ENERGLOBE.DE, 9.12.2010. Alena Müller: 100 Milliarden gegen Emissionen.

Links:

Die Dokumente des „Cancún Agreements“ im Überblick.
Arbeitsergebnisse der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe zur Langzeitzusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellen- und Entwicklungsländern.
Arbeitsergebnisse der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe zu Verpflichtungen der Industrieländer im Kyoto-Prozess.

Notes:

Ende 2010 fand der Weltklimagipfel in Cancún, Mexiko statt. ENERGLOBE.DE war vor Ort und berichtete.

Die ENERGLOBE.DE-Artikel geben einen Überblick über die Ergebnisse des Gipfels. Im Interview fordert Klimaökonomen Lord Nicholas Stern von Deutschland eine Vorreiterrolle im Klimaschutz. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am PIK, skizziert eine marktwirtschaftliche Lösung für den Klimaschutz.
Ein Video zeigt die UN-Pressekonferenz vom 3.12.2010.

Im "Presserückblick" stehen Überblicksartikel über den Verhandlungsausgang sowie Einzelentscheidungen zum Waldschutz und zur Klimafinanzierung.
Die Linksammlung "Cancun-Agreement" stellt die wichtigsten Dokumente des Klimagipfels zusammen.

Video:

http://www.youtube.com/watch?v=AHaraKjqjpo

Artikel:

Ausgerechnet ein Elektrofahrzeug war vor über hundert Jahren das schnellste Auto der Welt. Hunderte Zuschauer säumten die Straßen von Paris, als der Belgier Camille Jenatzy 1899 in einem Elektrofahrzeug als erster Mensch überhaupt mehr als 100 Stundenkilometer erreichte. Doch nach diesem verheißungsvollem Start landete die E-Mobilität vorerst in einer Sackgasse. Erst heute erlebt diese alte Idee eine Renaissance.

Produktionszahlen belegen, dass die verschiedenen Antriebsarten um 1900 ähnlich weit entwickelt waren. Erst in den zwanziger Jahren setzte sich der Benziner entscheidend durch. Das lag am technischen Fortschritt im Motorenbau und billigem Kraftstoff aus Erdöl. CO2-Emissionen spielten bis Mitte der neunziger Jahre keine Rolle. „Es gab einfach zu wenig betriebswirtschaftliche Anreize, in Elektroautos und Batterieforschung zu investieren“, bilanziert Henning Kagermann, Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) und bis 2009 Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP.

Favorit bei Forschern: Lithium-Ionen-Batterie

Batterien sind der 'Kraftstofftank' und deshalb das zentrale Problem bei der Entwicklung von E-Autos. Ihre Kapazität ist zu gering, die Produktionskosten zu hoch und die Ladezeit zu lang. Vor allem die Vorteile der größeren Reichweite von Benzinmotoren bestehen bis heute. Bis dato bewältigen Elektroautos nur etwa 150 Kilometer.

Daneben ist die lange Ladedauer, derzeit bei sechs bis acht Stunden mit 230 Volt Spannung, die größte Herausforderung. Schnelles Auftanken zwischendurch ist vorerst nicht möglich. Die Besitzer der E-Autos laden daher am einfachsten am Arbeitsplatz oder über Nacht zu Hause an der Streckdose. Deshalb werden Elektroautos in einigen Jahren, wenn überhaupt, vor allem in Stadtgebieten eine Alternative sein.

Die Regierung testete E-Autos auf Rügen

Durch den hohen Benzinpreis rückte das E-Auto wieder in den Fokus. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung untersuchte in einem Pilotprojekt von 1992 bis 1996 den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf der Insel Rügen. Ergebnis: E-Autos waren nicht praxistauglich und hatten nur geringe ökologische Vorteile gegenüber Kraftfahrzeugen – damals wurden aber Bleibatterien eingesetzt und der Anteil Erneuerbaren Energien am Strommix lag bei unter fünf Prozent.

Heute beträgt dieser Anteil immerhin schon 16 Prozent. Damit liegt das Elektromobil 38 Prozent unter der von der EU-Kommission ab 2012 vorgeschriebenen Grenze von 120 Gramm Kohlendioxidausstoß je Kilometer. Der durchschnittliche Verbrauch beträgt dabei 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. CO2-neutral ist das E-Auto aber erst, wenn es ausschließlich regenerativ betankt wird. Auch die Batterieforschung macht Fortschritte. Lithium-Ionen-Batterien liefern inzwischen ermutigende Ergebnisse. Ihr Wirkungsgrad ist mit knapp 95 Prozent gut dreimal so hoch wie beim Verbrennungsmotor.

E-Mobility-Testprojekte

Derzeit gibt es in Deutschland acht Regionen für Pilotprojekte: Berlin/Potsdam, Bremen/Oldenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und Sachsen. Im Rhein-Ruhr-Gebiet entlang der A40 plant der Essener Energieriese RWE eine Flotte von 150 E-Fahrzeugen zu testen. Carolin Reichert, Leiterin für E-Mobility bei RWE: „Unser großer Alltagstests für Ladesäulen und Elektroautos kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn erste E-Serienfahrzeuge stehen kurz vor der Markteinführung.“

Während RWE das E-Auto von Renault einkauft, entwickelt der Energieversorger EWE aus Oldenburg ein sogar eigenes Vehikel, den E3. Nach Ansicht von EWE-Forschungsleiter Jörg Hermsmeier ist die geringe Reichweite eines E-Autos kein entscheidender Nachteil gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Er rechnet damit, dass sich die Elektromobilität als erstes in Städten und in Regionen mit vielen Pendlern etablieren wird. Wenn die Fahrer nur wenige Kilometer pro Tag zurücklegen, sei die Kapazität der Batterie mehr als ausreichend.

EWE möchte die E-Autos auch als möglichen Netzpuffer in einem Smart Grid einsetzen: Wenn ein Überangebot an Strom aus Windenergieanlagen besteht, kann das Fahrzeug zur selben Zeit betankt werden oder den Strom in Spitzenlastzeiten sogar wieder abgeben. „Das vom BMWi geförderte Forschungsprojekt aus dem E-Energy-Programm untersucht die Netzintegration von E-Fahrzeugen, damit gesteuertes Laden mit hohem Anteil Erneuerbarer Energie möglich wird“, erklärt Hermsmeier.

Alle deutschen Hersteller liegen gleich auf

Die Schätzungen über den 2020 zu erwartenden Bestand der E-Flotte auf deutschen Straßen gehen weit auseinander: RWE prognostiziert über zwei Millionen Fahrzeuge, während Siemens sogar das Doppelte erwartet. Die Entwicklung hängt stark von den Prioritäten der Autohersteller ab. Jürgen Meyer, Automobilexperte und Aktienfondsmanager bei der schwedischen Großbank SEB, sieht bislang niemanden in der Pole Position: „Bislang liegen alle deutschen Hersteller gleich auf, keiner hat die Nase vorn.“

Basics:

Acatech-Bericht:
Wie Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität werden kann

 

Artikel:

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat keine Angst mehr vor dem Klimawandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Infratest-Umfrage im Auftrag des Magazins “Spiegel”. Während im Herbst 2006 noch 62 Prozent eine globale Erwärmung fürchteten, sind es jetzt nur noch 42 Prozent. Jeder Dritte der insgesamt 1.000 befragten Personen hält die Prognosen für unberechtigt, nach denen sich der Planet in Zukunft weiter aufheizen wird. Mittlerweile glaubt sogar jeder Vierte, dass Deutschland vom Klimawandel profitieren wird.

„Da waren Leute mit ihren Stimmungskampagnen sehr erfolgreich“ urteilt Ottmar Edenhofer Chefökonom am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung PIK und einer der Leitautoren für den Bericht des IPCC. „Aber die Klimaskeptiker werden nicht den Sieg davontragen, auf lange Sicht wird sich das gesicherte Wissen gegen die interessengeleitete Stimmungsmache durchsetzen.“ Noch ist offen, ob die Klimawissenschaftler ihren Ruf durch transparentes Arbeiten nach anerkannten Standards wiederherstellen können.

Dass es Zweifel an ihrer Arbeit gibt, ist kein Wunder. Immerhin musste die Zunft der Klimaforscher in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken: Zuerst wegen des so genannten „Climategate“-Skandals kurz vor dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember 2009. Hackern gelang es, Computerdaten und E-Mails von einem Rechner des Forschungsinstituts an der britischen East Anglia Universität herunterzuladen. Den Wissenschaftlern wurde daraufhin unterstellt, Klimadaten gefälscht und der Öffentlichkeit vorenthalten zu haben.

Inzwischen kam ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu dem Schluss, dass den Wissenschaftlern kein Vorwurf zu machen sei und diese nach gängiger Praxis gehandelt hätten. Doch das Image der Wissenschaftler ist beschädigt. Die Situation spitzte sich weiter zu, als im Januar dieses Jahres der Bericht des Weltklimarates IPCC mit Fehlern veröffentlicht wurde.

Auch in England und den USA zweifelt man am Klimawandel

Die negativen Schlagzeilen scheinen die Glaubwürdigkeit für die Klimaforschung international geschmälert zu haben. Die deutschen Umfrageergebnisse korrespondieren mit den Auswertungen ähnlicher Befragungen in den USA und Großbritannien. So hatte der britische Fernsehsender BBC im November 2009 und im Februar 2010 Umfragen zum Klimawandel durchgeführt und ebenfalls rund 1.000 Personen befragt. Immerhin die Hälfte der Befragten kannte die Vorwürfe gegen die Klimaforscher - nicht ohne Wirkung: Im Dezember 2009 waren noch 83 Prozent der Briten davon überzeugt, dass sich der Planet erwärmt, zwei Monate später nur noch 75 Prozent.

In den USA führte die renommierte Yale Universität im Januar 2010 eine ähnliche Studie durch. Ergebnis: Nur noch 57 Prozent der US-Amerikaner glauben überhaupt an die Existenz des Klimawandels. Zwei Jahre zuvor waren es immerhin 71 Prozent.

Alle drei Umfragen zeigen unisono: Die negativen Schlagzeilen rund um „Climategate“ haben in der Öffentlichkeit Spuren hinterlassen.

Weitere Informationen:

Alle Ergebnisse der Spiegel-Umfrage bei www.spiegel.de

Artikel:

Natur/Technik

Notes:

 

Zuerst kam Kyoto – und dann lange

nichts mehr. Nach dem 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokoll hat die

internationale Klimapolitik der vergangenen Jahre keine

bahnbrechenden Erfolge mehr zu verzeichnen. Daran hat auch der jüngst

UN-Klimagipfel im mexikanischen Cancún nichts geändert.
Das ENERGLOBE.DE-Dossier gibt nicht nur einen Überblick über die internationale Klimapolitik, sondern zeigt zum Beispiel auch, warum Klimaökonom Lord Nicholas Stern Deutschland eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz zumisst und welchen alternativen Weg zum Klimaschutz die Wissenschaftler Claudia Kemfert, Eike Weber und Ottmar Edenhofer anschlagen wollen. 


  1. Im ersten Teil lesen Sie über die Ergebnisse der Verhandlungen in Cancún.
  2. Der zweite Teil stellt die Verhandlungsthemen 2011 vor.
  3. Der dritte Teil gibt einen Überblick über das Kyoto-Protokoll und seine Mechanismen.
  4. Im vierten Teil des Dossiers werden Informationen zu Grundlagen wie dem Treibhauseffekt aufgeführt.

Artikel:

Energie regio

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Europa

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House & Wohnen Featured

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Leben & Zukunft

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Stadt & Energie

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Der Stoff, aus dem die Träume sind – für Walter Leitner ist das Kohlendioxid. In einem Forschungsprojekt namens „Dream Production“ arbeitet der Chemiker der RWTH Aachen gemeinsam mit Forschern von RWE und Bayer daran, aus dem Klimakiller einen Kunststoff zu machen.

Im Chemiepark Leverkusen soll im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 4,5 Mio Euro geförderten Projekts eine Pilotanlage entstehen, in der Vorstufen von Kunststoffen produziert werden, die schließlich als Dämmstoffe oder in der Autoindustrie eingesetzt werden können.

Es braucht einen „Heiratsvermittler“

Kohlendioxid ist reaktionsträge und verbindet sich nur schwer mit anderen Stoffen. Mit Hilfe eines Katalysators bringen die Forscher das CO2 dennoch dazu, mit anderen Kohlenstoffverbindungen zu reagieren und zu einem neuen Stoff zu werden: Polyetherpolycarbonatpolyole (PPP). „Der Katalysator ist dabei so etwas wie ein Heiratsvermittler, der die Bausteine miteinander verknüpft“, erklärt Leitner, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Chemie und Petrolchemie an der RWTH Aachen.

Katalysatoren sind an der Herstellung von mehr als 85 Prozent aller chemischen Produkte beteiligt – auch bei den sogenannten „Dream Reactions“. Das sind Reaktionen, die bisher nur im Labor getestet wurden und von deren industrieller Umsetzung man nur träumen konnte.

Ziel des Forschungsprojektes ist es nun, diese Träume großtechnische Realität werden zu lassen und nebenbei Ressourcen zu sparen. Immer noch ist die Mehrzahl der chemischen Prozesse auf Erdöl als Kohlenstofflieferant angewiesen; in der „Dream Production“ wird der fossile Rohstoff nun zumindest teilweise durch CO2 ersetzt.

RWE testet Alternativen

Das CO2 dafür stammt vom Essener Energiekonzern RWE, genauer aus dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln. Für die Produktion von Kunststoffen aus CO2 muss der Klimakiller aus dem Gasgemisch, das den Kühlturm verlässt, abgeschieden werden. Dazu entwickelt RWE derzeit zusammen mit Partnern eine CO2-Wäsche, die das Kohlendioxid besonders effizient aus dem Rauchgas trennen soll. Denn die CO2-Abtrennung mindert den Wirkungsgrad der Kraftwerke und kostet Geld. „Kunststoff aus CO2 ist für uns deshalb eher weiter in die Zukunft gedacht“, sagt Manfred Lang von RWE Power.

Für RWE ist „Dream Production“ eines von mehreren Projekten in seinem „Innovationszentrum Kohle“ in Niederaußem. Hier wird getestet, wie CO2 durch Algen in Biomasse umgewandelt oder von Mikroorganismen verspeist werden kann. Der Vorteil dieser beiden Experimente: Dabei werden nach der Rauchgasreinigung die kompletten Rauchgase des Kohlekraftwerks verwendet, das CO2 muss nicht mehr extra abgeschieden werden.

An der Verstofflichung von CO2 wird auch anderswo gearbeitet: Der Wissenschaftler Jeffrey Coates hat nach einem ähnlichen Verfahren Kunststoff aus CO2 und Orangenschalen hergestellt. Zur Vermarktung seiner Erfindung hat er das Unternehmen Novomer gegründet, das vor kurzem 6,6 Millionen Euro Risikokapital von zwei Firmen erhielt, die in Wissenschaftsfirmen investieren.

Nur 1 Prozent CO2 wird stofflich verwertet

Eines wird aber wohl für immer ein Traum bleiben: die Lösung des Klimaproblems allein durch die chemische Verwertung von CO2 zu erreichen. Bereits heute wird Kohlendioxid in der chemischen Industrie genutzt, etwa bei der Herstellung von Kunstdünger und von Aspirin. Diese Verwendung macht aber nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie nicht mehr als 1 Prozent der jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands aus.

Dennoch sind die Forscher zuversichtlich: „Einen Teil des Abfallstoffs der Energieerzeugung in wertvolle Produkte umzuwandeln und damit auch noch andere Rohstoffquellen zu schonen, leistet einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen,“ sagt Leitner. „Diese Herausforderung ist Ansporn für unsere Forschung.“

Weitere Informationen:

Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie: Positionspapier zur stofflichen Verwertung von CO2: www.dechema.de

Übersicht über weitere Projekte zur stofflichen Verwertung von CO2: www.chemieundco2.de

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