Die Uhr tickt für die Malediven
Noch 20 Jahre Zeit für die Rettung des Inselstaates
Trotz der Fehler im jüngsten Bericht des Weltklimarates und der möglicherweise manipulierten Temperaturkurven einiger Wissenschaftler, ist sich der maledivische Präsident Mohamed Nasheed sicher: Der Klimawandel ist real. „Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, ich muss mir nur unsere Strände, unsere Korallenriffe und den Ozean anschauen“, sagt er. Die 1.200 Inseln der Malediven liegen nur knapp über dem Meeresspiegel und drohen unterzugehen, wenn dieser sich aufgrund der Erderwärmung weiter erhöht.
Erderwärmung soll auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden
Um auf die dramatische Lage seines Landes hinzuweisen, hat Nasheed im vergangenen Jahr eine Kabinettssitzung unter Wasser abgehalten. Er plädiert dafür, dass Europa sich zum Ziel setzt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Um dies zu erreichen pocht Nasheed darauf, das bislang bei den UN-Klimagipfeln angewandte Prinzip des größten gemeinsamen Nenners aufzugeben. „Wir brauchen endlich Taten und keinen endlosen Prozess“, fordert er.
2020: Die Malediven sind klimaneutral
Nasheed will die Malediven bis 2020 klimaneutral machen, er weiß jedoch, dass dies sein Land nicht retten kann, wenn sich nicht auch große Industrie- und Schwellenländer diesem Ziel verschreiben. Der Präsident hat den Glauben an das Fortbestehen der Malediven trotzdem noch nicht verloren. „Die Inseln können noch gerettet werden, es gibt noch ein Fenster von etwa zwanzig Jahren, um ein wirkungsvolles Klimaabkommen zu treffen.“
In einem Vortrag an der Humboldt-Universität Berlin erläutert Nasheed, was er vom kommenden UN-Klimagipfel in Cancún erwartet, wie die maledivische Bevölkerung damit umgeht, dass sie in Teilen umgesiedelt wird, und warum der kleine Inselstaat besonders auf Kanzlerin Angela Merkel hofft.