Stürme, Tornados und Dürren
Der Einfluss des Klimawandels auf das Wetter

Mit einer Geschwindigkeit von 90 Stundenkilometern fegte am Pfingstmontag 2010 ein Tornado über Sachsen: Eine Sechsjährige kam ums Leben, rund 40 Personen wurden verletzt. In mehreren Orten wurden Häuser durch den Wirbelsturm beschädigt.
Mit dem Sommeranfang wächst die Angst vor Extremwetter-Ereignissen wie diesen. Ist der Klimawandel schuld?
„Der Klimawandel hat nichts mit dem Tornado vom Pfingstmontag zu tun“, stellt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) klar. Seit der kontinuierlichen Aufzeichnung der Wirbelstürme sei deren Zahl auf einem konstanten Niveau. Ursache für die Naturgewalt war eine Kaltfront, die sich von Norden her über Deutschland bewegte.
Wetter und Klima: Der Unterschied
Der Unterschied zwischen Klima und Wetter ist im Alltag nicht ganz klar. „Wetter ist das, was wir draußen vor der Tür erleben“, erklärt Metereologe Friedrich. Gemeint ist der augenblickliche Zustand der Atmosphäre. Der Begriff Klima geht viel weiter und umfasst die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände über ein langen Zeitraum. „Man muss mindestens die Wetterdaten der letzten 30 Jahre auswerten, um einen Klima-Trend ablesen zu können“, erläutert Friedrich. Die Aufzeichnungen der letzten 100 Jahre lassen die Mehrheit der Klima-Forscher zu dem Schluss kommen, dass sich das Klima verändert: „Der Klimazug hat trotz seiner abwechslungsreichen Reise nach wie vor ein klares Fahrtziel. Er fährt bergauf“, so Wolfgang Kusch, Präsidenten des Deutschen Wetterdienstes.
Globale Erwärmung: Was erwartet uns?
Die Mehrheit der Klimaforscher geht schon seit Längerem davon aus, dass der Klimawandel die Wetterphänomene beeinflusst. „Den Zusammenhang zwischen Klimawandel und einer Zunahme von Extremwetter-Phänomen kann man nicht ausschließen“, meint auch der DWD-Sprecher.
Die Prognose für die Veränderungen in Deutschland erklärt Stefan Hagemann vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie: niederschlagsreiche Winter, wenig Regen in immer heißeren Sommern.
Bemerkenswert dabei ist: „Auch wenn die Sommer immer trockener werden, steigt die Tendenz zu extremen Regenfällen in Deutschland etwas an“, stellt Hagemann heraus. Wenn es also im Sommer regnet, dann in Zukunft seltener, aber dafür mit der Tendenz zum Starkregen. Ein Sommer wie 2003 mit Höchstwerten von über 40 Grad und ungewöhnlich vielen Sonnenstunden wird demnach zwar nicht die Regel werden, aber häufiger auftreten.
Darin liegt ein Trend – Wetterphänomene werden intensiver. Das gilt auch für den Winter. „Durch den vermehrten Niederschlag im Winter steigt in Zukunft die Hochwassergefahr und es ist mit mehr Flutwellen zu rechnen“, erklärt Wetterexperte Friedrich. Global betrachtet können sich durch die globale Erwärmung die Klimazonen verschieben, so dass auch im Mittelmeerraum mit tropischen Wirbelstürmen zu rechnen ist.
Weitere Informationen:
Klima und Wetter auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes: www.dwd.de
Regionaler Klimaatlas: www.regionaler-klimaatlas.de