„Verteilnetze zuerst“
BWE-Präsident Albers über Prioritäten beim Netzausbau

Deutschland setzt beim geplanten Ausbau seines Stromnetzes die falschen Prioritäten, erklärt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, im Video-Interview mit ENERGLOBE.DE. „Wir müssen zunächst einmal den Ausbau der 110-KV-Verteilnetze beschleunigen“, lautet seine Forderung nach einem Richtungswechsel. Die Debatte um die Hochspannungs-Übertragungsnetz dürfe erst danach kommen.
Albers moniert, dass sich die Deutsche Energieagentur in ihrer Studie zum Ausbaubedarf auf die Hochspannungs-Übertragungsleitungen konzentriert hat. Sie stelle nicht die Frage, „wo heute wirklich Engpässe entstehen“, sagt der Lobbyist.
Die Schwäche des Stromnetzes wird laut Albers von den Netzbetriebern als Argument dazu verwendet, den Ausbau der Erneuerbaren Ernergien zu behindern. Der Bundesverband Windenergie hatte bei dem Beratungsunternehmen Ecofys eine Studie in Auftrag gegeben, die untersuchen sollte, an welchen Stellen Erneuerbare-Energien-Anlagen, allen voran Windräder, abgeschaltet werden. Ergebnis: In 99 Prozent der Fälle handelt es sich um Verteilnetze.
Albers schlägt vor, dass die Träger von Erneuerbare-Energien-Projekten die Netze selbst bauen. Sie könnten sich zusammenschließen, um die notwendigen Investitionen von bis zu 80 Millionen Euro zu tätigen. Erdkabel seien dabei deutlich schneller zu verlegen als Überlandtrassen zu errichten und daher besonders effizient und mit geringeren Kosten verbunden.
Weitere Informationen:
Der Bundesverband Windenergie im Netz: www.wind-energie.de
Die Netzstudie II der Deutschen Energieagentur: www.dena.de